Tag Archive for 'Neukölln'

“Must have”

Absolutes “must have” für den Sommer:

promo

1. Shift the notch of the card under the tick
2. Lift the card slightly and continue to shift
3. The tick will be deferred of the skin

Alles klar?

promo

Bilanz:

In Neukölln gibt es offensichtlich keine Zecken, jedenfalls rechnen Apotheker im Rollberg-Viertel mit keinem “Run” auf diese Plastik-Karten.

Erfahrungsberichte im Internet jede Menge, sogar Tipps, wie man die Dinger umsonst bekommt.

Versandkosten bei Ebay mehr als doppelt so hoch wie Preis für Produkt… Also Apotheken-Marathon durch Kreuzberg?! Albern.

Männer-Café

Was ist “so special” an den türkischen Männer-Cafés, die in Neukölln an jeder Ecke zu finden sind? Ich kann nur mutmaßen, obwohl ich mehrfach versucht war, einfach in eines hineinzulaufen mit einem halbwegs plausiblen Vorwand.

Hin und wieder gelingt es mir, einen Blick durch die Scheibengardinen des Café Istanbul am Anfang unserer Straße zu werfen. Es gibt gleich zwei Cafés mit diesem Namen in Neukölln. “Unser“ Schiller-Café-Istanbul scheint nie zu schließen. Ob die älteren Herren, die dort an den Tischen hocken - Tee trinken, Wasserpfeife rauchen und Karten spielen - wohl kein zu Hause haben, habe ich mich oft gefragt. Nicht jeden Tag spielt die türkische Nationalmannschaft Fußball und Flatrate-Preise für Kaffee oder Tee gibt es dort bestimmt nicht.

Das Männer-Café als eine Art Schutzraum vor schlecht gelaunten Ehefrauen und quäkenden Kindern? Könnte was dran sein. Der Altersdurchschnitt der Cafébesucher dürfte jenseits der 40 liegen, oder junge Männer wirken durch die Gardinen beträchtlich älter. Das Café Istanbul macht einen friedlichen Eindruck, nie habe ich eine Streiterei gehört, nicht einmal ein lautes Lachen.

Wie ich das Thema als blonde, nicht-muslimische Frau angehen soll, weiß ich noch nicht. Vielleicht beginne ich die Feldforschung im Umfeld, in einem der Internet-Cafés in der Nachbarschaft: Dort treffen sich nämlich all jene, die für die Männer-Cafés noch zu jung sind. Das Internet-Café als Anfang vom Ende des klassischen Männer-Cafés? Dazu später mehr.

Türkische Filmwoche

Wieder ein Festival in Berlin: Die 5. Türkische Filmwoche sollte neugierig machen, gerade in Kreuzberg und Neukölln. Noch bis zum 27. Mai werden insgesamt 20 türkische und deutsch-türkische Produktionen im Babylon Mitte und im Neuen Off in Neukölln gezeigt.

Das neue türkische Kino sei “sehr reich: humorvoll und kritisch; aufklärend und zukunftsweisend; gescheit und lebensnah”, schreibt Özcan Mutlu, Mitglied des Abgeordnetenhauses, in seinem Grußwort. Tatsächlich präsentieren die Initiatoren Filme aus unterschiedlichen Genres - vom Polit-Thriller über den Science Fiction-Film bis hin zum Drama. Auch zwei Dokumentarfilme stehen im Programm.

Die Musenstube

Illustration: Annette Köhn“Mein Name ist Spielmann, ich komme für die Kiezlupe, die Frage ist, ob Sie Interesse haben, für sich und Ihr Angebot zu werben.“ Wenn es die Qualität meines Bandes es hergäbe, würde ich diesen Satz einstellen. Als Endlosschleife.

“Mein Name ist Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann …”

Klang wie Ludwig Erhardt in den 50er Jahren.

Montag in der Musenstube, Annette Köhn erzählt gerade von ihrem Projekt mit Schülerinnen der Rütli-Schule. “Wer nicht wirbt, der stirbt“, fährt der Anzeigenverkäufer fort. Eine These, die vielleicht auf den ein oder anderen Trödelladen in der Nachbarschaft zutreffen könnte, auf den Laden von Annette wohl aber weniger. Es sind gerade Projekte wie die Musenstube, die den Reuter-Kiez neu beleben. Auch wenn sie den Initiatoren einigen Mut abverlangen. Weiter lesen ‘Die Musenstube’

Lokalpatriotismus

In Kreuzberg mit dem roten Stoffbeutel unterwegs gewesen, kaufe Plastiktüten nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Der rote Beutel ist ein besserer Jute-Sack, der sogar vor den Augen japanischer Touristen bestehen kann. Kein Kommunisten-Beutel - im Gegenteil. Ausdruck eines [tendenziell wertkonservativen] Bonner Lokalpatriotismus, der mitunter unheimlich anmutet. Dort in der Buchhandlung [”Bouvier“] zu kaufen. Unverhofftes Zusammentreffen mit einer Exil-Bonnerin also auf dem Wochenmarkt am Neuköllner Maybachufer: Ob ich mich denn gut eingelebt hätte, in Kreuzkölln, fragt mich die mir unbekannte Person mit Sonnenbrille und Polo-Shirt. Leicht irritiert bejahe ich die Frage und überlege, wer diese Frau sein könnte. “Sie sind aus Bonn, habe es gleich gesehen“, sagt sie, und deutet auf meinen roten Einkaufsbeutel.

Die Stoffbeutel-Fraktion, sie wächst. In letzter Zeit sind sie mir häufiger aufgefallen, diese Bonner mit ihren Ein-Euro-Taschen von “Bouvier“. Jedes Mal bin ich schnell weitergelaufen und habe sie dann wieder vergessen. An der Uni ist mir kein einziger begegnet. Die Bonner mit den Stoffbeuteln sind meist älter. Zwangsversetzte Beamte, Mitarbeiter von Verbänden und so weiter. Berlin ist für viele dieser nicht angekommenen Pendler ein Moloch: Anonym, dreckig und proletarisch. Die Kinder hier zur Schule schicken? No way. Weiter lesen ‘Lokalpatriotismus’

Communist Street and Pity Parties

Communist Street, die Entdeckung gestern. Auf dem Rückweg vom Laufen noch schnell im Supermarkt gewesen. Restlos bepackt für die nächsten Wochen, zog sich der Weg. Normalerweise achte ich auf Hundemist, gestern ausnahmsweise auf Schilder. Wollte einen Namen für dieses Blog. Unspektakulär die “Hermann-Klause”, ebenso die “Pizzeria Sole”. Dann der “Skat-Club Fidel”. Ein Castro-Fanclub in Nova Colonia? Warum nicht. Ich lief weiter. “Kiez-Räte bilden”, stand an einer Hauswand. Nach einigen Metern ein neuer Buchladen “Buchexil, der neue Ort für alte Bücher.” Die Idee: Verkauf und Verschenken gebrauchter Bücher. Communist Street, I thought, mitten in Berlins Viertel mit den meisten türkischen Läden, arabischen Internet-Cafés und kroatischen Wettbüros eine Kommunisten-Straße. Das WASG-Büro registrierte ich schon nicht mehr. Erst kommen die Kommunisten und dann die Studenten. War das so? Die These einer Bekannten, dass Neukölln Berlins neuer In-Kiez werde, wurde plötzlich greifbarer.

Kontrastprogramm am Abend. Keine Lust auf eine Pity Party zu Hause, in Neukölln werden in letzter Zeit häufig Pity Partys gefeiert. Einer erzählt eine traurige Geschichte, kann auch gelogen sein, ein anderer eine noch traurigere und so weiter. Also in die Belgische Botschaft, eine Feldstudie für Fortgeschrittene. Nach dem Tamtam um Horst K. [Bundespräsident] auf einer Veranstaltung am Dienstag konnte mich nichts mehr schrecken. Ein paar Anekdoten über den Wiener Opernball haben noch keinem geschadet, dachte ich, und belgische Comics sind eh cool. Die Vernissage war dann allerdings ein ziemlicher Flop. Der belgische Freund nahm es locker: War doch klar, dass es um Politik gehe. Man brauche nur Anlässe, um Häppchen zu essen und als regional gespaltenes Land Einigkeit zu demonstrieren. Belgien sei wie Berlin arm aber sexy, sagte der Botschafter, ein Mann mit einer violetten Krawatte. Sexy vor allem wegen seiner diversiteit. Also wie Neukölln, Berlins neues In-Viertel. Einen Namen für das Blog habe ich aber auch bei der Veranstaltung nicht gefunden.




Close
E-mail It

Seite 4 von 4«1234