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Wir stehen auf Retro

Foto: Anne Grieger

“Berliner haben den Mut, hässlich auszusehen.” Oder wollen dem gängigen Klischee, Deutsche seien wenig modebewusst, etwas entgegensetzen. Schrieb sinngemäß die International Herald Tribune. Das gilt wohl auch für Möbel. Viele haben die Farbe orange wiederentdeckt. Ausrangierte Schul-Aula-Stühle aus den 80ern, die irgendwann aus dem Container gerettet wurden und im Keller zwischenlagerten, sind mittlerweile offenbar sehr begehrt. Was vor ein paar Jahren nur auf dem Flohmarkt angeboten wurde, hat seinen Platz gefunden in kleinen Kiez-Läden in Friedrichshain. In der Grünberger Straße werden gleich alte Wecker und Eieruhren mit angeboten.

Wenn die Eltern kommen, werde sie das Zeug verschwinden lassen, meinte eine Bekannte, die sich schon unbeliebt machte, weil sie einen alten Küchenschrank abgelehnt hatte. Wenige Monate später schleppte ihr Mitbewohner dann einen vom Retro-Laden an – zum Kampfpreis von 400 Euro. Der Schrank sah haargenau so aus, wie der alte der Großeltern, der nach 38 Jahren auf dem Sperrmüll gelandet ist.

Retro-Plattenspieler auf einem Flohmarkt in Kreuzberg - Foto: Henning Onken

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1 Kommentar zu “Wir stehen auf Retro”


  • Ist es nicht normal, dass man gefallen findet an der Ästhetik der Eltern oder Großeltern? In den Siebzigern staffierten die 68er ihre WGs mit Gründerzeitmöbeln aus. Abgesehen davon ist Berlin für mich eine echte Trendmetropole und die einzige Stadt Deutschlands mit einem eigenen Stil. Die Münchener kopieren die Mailänder und die Hamburger die Briten (abgesehen von der Berwohnern von Karo- und Schanzenviertel), die Berliner sind dagegen einfach nur sehr Deutsch. Ein bisschen hässlich weil ungeschminkt aber auch mutig und direkt.

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  • senf: fahrradfahrer müssen echt nicht sein am gehweg, noch dazu sind die fahrradwege in berlin…vergleicht man...

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