“Berliner haben den Mut, hässlich auszusehen.” Oder wollen dem gängigen Klischee, Deutsche seien wenig modebewusst, etwas entgegensetzen. Schrieb sinngemäß die International Herald Tribune. Das gilt wohl auch für Möbel. Viele haben die Farbe orange wiederentdeckt. Ausrangierte Schul-Aula-Stühle aus den 80ern, die irgendwann aus dem Container gerettet wurden und im Keller zwischenlagerten, sind mittlerweile offenbar sehr begehrt. Was vor ein paar Jahren nur auf dem Flohmarkt angeboten wurde, hat seinen Platz gefunden in kleinen Kiez-Läden in Friedrichshain. In der Grünberger Straße werden gleich alte Wecker und Eieruhren mit angeboten.
Wenn die Eltern kommen, werde sie das Zeug verschwinden lassen, meinte eine Bekannte, die sich schon unbeliebt machte, weil sie einen alten Küchenschrank abgelehnt hatte. Wenige Monate später schleppte ihr Mitbewohner dann einen vom Retro-Laden an – zum Kampfpreis von 400 Euro. Der Schrank sah haargenau so aus, wie der alte der Großeltern, der nach 38 Jahren auf dem Sperrmüll gelandet ist.











Neue Kommentare