

Sie steht da, wo Journalisten gerne hingehen, wenn der Redaktionsleiter sagt: Schreib was, das richtig wehtut. Fahr’ nach Marzahn und stimme ein Klagelied über Arbeitslose, rechte Schläger und Abriss-Plattenbauten an. Und irgendwann kommt doch mal einer mit der Geschichte über eine Windmühle zurück. Die mahlt auf einem eigens dafür aufgeschütteten Hügel an der Landsberger Allee Mehl für eine nahe gelegene Bäckerei. Die positive Wirkung für den Bezirk lässt sich gar nicht in Säcke packen. Das weiß auch das Standesamt und traut dort Paare. Wie romantisch! Anwohner heiraten und lassen sich anschließend auf einem Bollerwagen fröhlich durch die Allee der Kosmonauten und die Marzahner Promenade ziehen, der ärmsten Straße Berlins. Diese Mühle hat das Zeug zum Kiez-Wahrzeichen, zum Leuchtturm.
Zwanzig Fahrrad-Minuten östlich der Berliner Stadtgrenze dreht sich ein namenloses Windrad auf einem Feld in der Nähe von Altlandsberg. Geheiratet wird dort nicht. Nur der Generator brummt auf dem Feld und manchmal brummt auch ein Auto auf der Landstraße vorbei. Die vielen Brüder und Schwestern in der Gegend, die vielleicht Nordex N60 oder ähnlich heißen mögen, produzieren neben Öko-Strom für die Hauptstadt auch Öko-Ärger. Was, wenn eine der mit viel Mühe gepäppelten Brandenburger Großtrappen im Anflug auf ihren Familien-Landeplatz vom Flügel eines Wind-Spargels zu Fall gebracht wird?, fragt eine Umweltschützerin.
Fotostrecke: Berliner Seitenblicke









die armen trappen – das ist wirklich schlimm, wie viele viecher da jedes jahr zugrunde gehen. ob der strom so viel ökologischer ist? dann bin ich doch für längere laufzeiten der atomkraftwerke. jedes lebewesen hat ein recht auf leben.
gruß aus brandenburg
Was ist mit den scheiß Atomkarfwerken? Ich halte von Windkraft sehr, sehr viel, da ich 2 Anlagen besitze.
Mit Vögeln ist mir in Bayern noch nie etwas aufgefallen.
Warum nicht vor der Marzahner Mühle heiraten? Das Standesamt am Helene Weigel Platz ist nicht gerade die 1A-Kulisse. Vielleicht auch besser, gleich weg zu ziehen. Ein Blick auf diese Hochhauswüsten kann ja nur depressiv mach3n.
Nachdem wir viele Jahre in Mitte wohnten und es nur wenige Gehminuten zum Potsdamer Platz und zum Gandarmenmarkt waren, zogen wir letzten Sommer zum Springpfuhl, direkt hinter dem Helene-Weigel-Platz. Unsere Freunde waren entsetzt. Verbinden viele doch Marzahn mit Gummistiefeln, Rechtsradikalen und Platte. Aber in Wirklichkeit fanden wir hier Natur, alten Baumbestand, eine saubere Umgebung, eine wunderschöne Wohnung mit herrlichem Ausblick auf Sonnenauf- und -untergang, nette Nachbarn und eine funktionierende Infrastruktur. Von Depressivität keine Spur, ich genieße es aus dem Citytrubel nach Hause zu kommen. Übrigens gibt es hier noch Parkplätze kostenlos, was unsere Freunde inzwischen sehr zu schätzen wissen. Es lohnt sich also allemal hinter die Kulissen zu schauen.
ich finde das schwachsinn, wie ihr nichtbayern mit der windkraft tut.wir haben selbst 2 enercon e 40 anlagen und bei uns ist noch nie etwas derartiges vorgefallen.