Die Poster zum Volksentscheid Pro Reli sind kaum abgehängt, da bricht schon die nächste Kampagne über die Stadt herein: Im Kampf um Stimmen zur Europawahl dreschen die Sozialdemokraten mit mehreren Motiven auf den politischen Gegner ein. Die Liberalen werden zu Finanzhaien, die Linken als hirnlose Fönköpfe dargestellt.
SPD-Wahlkampfmanager Kajo Wasserhövel verkauft seinen Beitrag zur Politikverdrossenheit als “ungewöhnlichen Ansatz” und will ausgerechnet mit billiger Polemik für eine höhere Wahlbeteiligung sorgen. Eines hat er immerhin bewirkt: Empörte Blogger, die sich mit Photoshop auskennen, haben ihre Repliken ins Netz gestellt.
Bleibt zu hoffen, dass in Berlin einige schöne Ecken frei bleiben und die anderen Parteien nicht mitziehen.
Fotostrecke: Berliner Plakate









Ich (als Nichtwähler) finde diese Plakate sehr gut. Endlich mal was zu grinsen.
Nicht wie immer diese langweiligen Gesichter mit lauen Sprüchen.
Und so weit her geholt sind diese Sprüche ja auch nicht. Da ist schon was dran.
Über die Plakate beschweren können sich doch nur die “erwischten” bzw. karikierten Parteien.
Ich bin FDP-Kommunalpolitiker und finde den Hai niedlich. Wenn es den im SPD-Shop als Plüschtier gäbe, würde ich ihn mir glatt kaufen.
Die Kampagne ist im Übrigen mal was anderes. Eine wohltuende Abwechslung zum üblichen Plakateinerlei.
Das ist die erste gute Kampagne seit langer Zeit. Wesentlich amusanter und treffender als so manch dröges Plakat der Konkurenten.
Weiter so, SPD!
Dass die Plakate so unmittelbar nach der pro-Ethik-Aktion aufgestellt wurden, ist schon penetrant.
Schwach ist zudem, dass sie zunächst auf die Konkurrenz zeigen. Die Referenz auf die SPD selbst dann klein in der Ecke.
Möglicherweise würde sich der Finanzhai bei der SPD recht wohl fühlen. Immerhin trägt die SPD das Bankenrettungspaket auch mit.
Ich finde die Plakate gut.
Seit langer Zeit mal wieder eine gute Parteienwerbung.
Schlechtmacherei des politischen Gegners – bitte sehr.
Wer aber seinen eigenen Koalitionspartner, mit dem man täglich zusammenarbeitet (oder dies zumindest sollte), als “heiße Luft” bezeichnet, muß schon ein besonderes Verhältnis zu gegenseitigem Respekt und Umgangsformen haben.
Da bewahrheitet sich wieder das sprichwörtlich schmutzige Geschäft…
hier finden sie eine Sammlung von alternativen Motiven. Mindestens genauso komisch wie die originale und ebenso flach: http://europa2009wahl.wordpress.com/
Diese Motive kopieren kann jeder. Aber auch verwenden?
Die Kampagne ist schon recht gut, passt aber nicht zu jeder Partei. Weil die anderen oft für nichts stehen.
Oder können Sie sagen wofür Frau Merkel bzw. ihre CDU steht?
Also, meine Kinder finden die Plakate toll. Statt den üblichen Streit gibts seit kurzem bei jeder Autofahrt den Wettbewerb, wer mehr Haie, Münzen oder anderes aus seinem Fenster heraus zählen kann. Danke, SPD!