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Archiv für das 's-bahn'-tag

Beschissenes letztes Adventswochenende

Wer sich heute in die S-Bahn quetscht, muss verrückt sein. Oder auf dem Weg nach Hamburg: Am Alexanderplatz steigt ein Mann mit grünem Irokesenschnitt ein. Mitte 30, dicker Rucksack,  Schäferhund im Schlepptau. Abschätzig mustert er die Weihnachts-Shopper, die sich gegenseitig ihre Einkaufstüten in den Bauch rammen. Konsumgeile Spinner. Wie gut, dass er sein Handy hat. Er bimmelt einen Kumpel an. Der kommt kaum zu Wort:

“Yo Pflaume, ich bin noch in der scheiß S-Bahn. Diese ganzen Idioten, Alter,  ääätzend! Scheiß Weihnachten. Lach nicht so dreckig! Was sagst du? Biste besoffen Alter? Ich versteh dich kaum. Ich komm nach Hamburg Alter! Wenn diese scheiß S-Bahn mal irgendwann am Hauptbahnhof ankommt und ich den Zug hier noch krieg, bin ich um halb sechs da. Wenn mich jemand mit dem Wochenendticket mitnimmt. Ja, ich hab Bier für die scheiß Fahrt, Alter. Würde auch echt nicht anders aushalten. Hab kaum geschlafen. Zu viel Wodka heute nacht. Scheiße Mann. Wollen wir heute Abend ein bisschen schnacken? Alles klar Alter. Super!”

Vorweihnachtliche Großzügigkeit

Kurz vor Weihnachten überkommt viele Menschen der Wunsch, schnell noch etwas Gutes zu tun. Bei anderen scheint das Geltungsbedürfnis ausgeprägter zu sein, als sonst. So beobachtet in der S1, in der am frühen Abend ein Tross von Sicherheitsleuten patroullierte: Es gab keine Zwischenfälle, allein ein junger Mann mit Gitarre fiel ein wenig aus dem Rahmen. Ein Osteuropäer, der mit kräftiger Stimme ein trauriges Lied anstimmte, mit dem er die Aufmerksamkeit der Fahrgäste auf sich zog.

“Hammse so nen Schein?”, unterbrach ihn einer der Sicherheitsmänner barsch. Hatte der Mann nicht und musste daraufhin sein Instrument einpacken. Kopfschütteln bei Leuten, die andächtig gelauscht hatten. Eine ältere Frau murmelte noch ein “Das- war- aber-wirklich- nicht- nötig” und weiter ging die Fahrt in Richtung Wannsee.

Sobald die Security-Kräfte ausgestiegen waren, setzte der Musiker wieder ein, sang kraftvoller, als vorher und erntete großen Applaus. Sei es aus Mitgefühl oder aus Scham darüber, den Mann nicht vor den latent aggressiven Uniformierten geschützt zu haben – der Musiker wurde mit einem großzügigen Trinkgeld belohnt.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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