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Archiv für das 'Polen'-tag

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Eine Bar von gestern

Foto: PromoBerlin ist eine Stadt, “verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein”. So der Publizist Karl Scheffler im Jahr 1910. Aktuelles Beispiel in meinem Kiez in Friedrichshain: Das Waschmaschinewsky ist nicht mehr, stattdessen lädt Ein Brief von gestern zum Essen ein. Das Waschmaschinewsky war die Bar der Radio Eins-Moderatoren Volker Wieprecht und Robert Skuppin. “Waschmaschinewsky“ – so wurden in den sechziger Jahren die polnischen Gastarbeiter im Ruhrpott genannt, die sich eine eigene Waschmaschine leisten konnten. Und so nannte Skuppin auch das Bier, das er in einer kleinen Brauerei in westpolnischen Witnica entdeckte, und nach Berlin holte.

Die Einrichtung der Kneipe war in den polnischen Nationalfarben Rot-Weiß gehalten. Auch die Schwarz-Weiß-Fotografien von Gdan’sk und Gerichte wie bigos und pierogi verwiesen auf die Nachbarn im Osten. Auf der Toilette lief ein ziemlich lustiger Audio-Sprachkurs Polnisch. Eine rote Waschmaschine hinterm Tresen schleuderte einen gewöhnungsbedürftigen Cocktail mit Absinth, Wodka und Gin. Für den homo ludens gab es einen Kicker und skurrile Gesellschaftsspiele wie ein Busen-Memory. Gelegentlich gab es Lesungen, manchmal ein Quiz. ‘Eine Bar von gestern’ weiterlesen

Hauptstadt der polnischen Versager

Kasia T. blogt jetzt wieder in Warschau – so zumindest der Plan. She has gone to fight the K. brothers. “So viel Propaganda, das ist unglaublich.” Das “unglaublich” klang leicht verhaucht. Die verbliebenen polnischen Freunde in Berlin sind vielleicht nicht wie Kasia: Keine Aktivisten mit dem Anspruch, die Demokratie in Polen zu verändern. Aber der Ärger über den nationalistischen Kurs von Staatspräsident Lech Kaczynski und dessen Zwillingsbruder Jaroslaw, dem polnischen Ministerpräsidenten, wächst auch hier. Radio Maryja, ein radikal-konservativer katholischer Sender, nervt mit regierungsfreundlicher Berichterstattung und latentem Antisemitismus. Das Programm ist über das Internet zu empfangen. Die polnische Uni-Landschaft irritiert aus der Ferne ebenfalls. Traurige Anhaltspunkte für brain drain lieferte die Homepage des Instituts für Soziologie in Warschau: Anstelle von Forschungsberichten und Diskussionspapieren fand eine Freundin hetzerische Zeitungsartikel über Homosexuelle und Abtreibung.
‘Hauptstadt der polnischen Versager’ weiterlesen

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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