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Fahrradklau im Selbstversuch

Gestern wurde das Vertrauen in meine Mitbürger erschüttert. Ich war mit einer Bekannten verabredet, die im hippen, studentischen Teil Friedrichshains wohnt. “Ich will dir dein Fahrrad zurückgeben, ich gehe zurück nach Schweden”, hatte sie am Telefon angekündigt. Das Rad war in Topform, es sah besser aus, als ich es ihr überlassen hatte. Keine zehn Minuten nach der Übergabe passierte das Unglück. Vor einem Laden versenkte ich den Schlüssel des abgeschlossenen Rades in einem Luftschacht. Was tun? Ein fast neues, blaues, abgeschlossenes Herrenrad durch halb Berlin schleifen? Ein Rad, das garantiert nicht so aussah, als gehörte es einer Frau unter Einssiebzig?

Sie werden mich festsetzen, dachte ich. Mindestens drei Leute werden sich auf mich stürzen und nachfragen. Ich hatte keine andere Wahl. Es war bereits dunkel und einen Ersatzschlüssel hatte ich nicht dabei. Ich beruhigte mich: Betrachte es als Selbstversuch und teste die Reaktionen der Berliner auf eine vermeintliche Fahrraddiebin.

Die Befürchtung, dass man mir bereits in Friedrichshain Schwierigkeiten machen würde, erwies sich als unbegründet. Niemand interessierte sich für mich. Später in der U-Bahn in Kreuzberg wurden ein paar Kids auf mich aufmerksam, fanden das Rad aber wohl nur uncool. Am Bahnhof Schönleinstraße stiegen Kontrolleure ein. Für die Frau ohne Fahrschein neben mir ein Problem, nicht für mich. In Neukölln ist die Welt noch in Ordnung, dachte ich mir, da werde ich garantiert in eine Polizeistreife hineinlaufen. Nichts.

Erleichtert aber doch empört erreichte ich mein Ziel. Kein Hahn kräht danach, ob in dieser Stadt einfach Räder weggeschleppt werden? Andererseits: Hätte ich selbst nachgefragt oder die Polizei gerufen? Hätten Sie?

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3 Kommentare zu “Fahrradklau im Selbstversuch”



  • Bezweifle, dass das Schloss auf den ersten, oberflächlichen Blick überhaupt aufgefallen ist. Naheliegende Interpretation wäre doch: Die Arme hat einen Platten / Kette ab…


  • Boa, ist das langweilig, das nächste Mal gibt’s einen Artikel der verwundert feststellt, dass Bäckereiverkäuferinnen manchmal unfreundlich sind, manchmal auch Busfahrer, dass auch Kreuzberg heute irgendwie anders ist als vor zehn Jahren (und was gibt es sonst noch für “interessante” Themen?).


  • Also ich bin neulich nachts, aus Zeitgruenden und um nicht all zu viel Aufmerksamkeit zu erregen, mit Hilfe eines “geliehenen” Einkaufswagens umgezogen. Musste gerade ein Mal 500m die Potsdamer Strasse entlang und wurde schon nach ca. 150m von Beamten in zivil kontrolliert…

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Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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