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Archiv für das 'streik'-tag

Stop! Streik: Was Berlin von Athen trennt

Streik von Müllmännern in Athen - Foto:  Jos Verhoogen

Der Streik ist beendet, der Streik geht weiter. Seit Wochen kämpfen städtische Angestellte um höhere Löhne – U-Bahnen, Busse und Trams bleiben in den Depots, der Müll wird trotzdem abgeholt. Ich hätte den Arbeitskampf gar nicht bemerkt, wenn nicht dauernd davon geredet würde. Zeitungen berichten vom “großen Chaos”, Politiker fürchten Image-Schäden für Berlin. Nur “Skurrilsenator” Sarrazin verliert die Laune nicht – er freut sich darüber, dass die Stadt in dieser Zeit an Personalkosten spart.

Ja, es mag sein, dass die Straßen noch verstopfter sind als sonst, aber am Stau kommt man als Radfahrer immer vorbei. Dabei lässt sich ein Arbeitskampf auch ganz anders organisieren, wie das Beispiel Athen zeigt. Dort bewerfen streikende Müllmänner Polizisten mit stinkenden Babywindeln und lassen den Müll einfach liegen. Aufzüge sollte man dort zurzeit nur mit Handy in der Tasche betreten, weil die Elektrizitätswerke den Strom abstellen, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Angeblich streiken dort sogar Anwälte.

Wenn in Berlin S- und U-Bahnen gleichzeitig still stehen und der Müll nicht entsorgt wird, dürfte selbst Senator Sarrazin länger überlegen müssen, bis ihm ein provokanter Spruch einfällt. Damit sich der neue Hauptstadt-Slogan “Be Berlin” nicht mit “verteile deinen Müll” oder “sei stinkig” in den Köpfen festsetzt, würde die Arbeitgeberseite sicher schnell zu einer Lösung bereit sein.

Aber keine Angst, einen echten Chaos-Streik wie in Athen wird es in Berlin so schnell nicht geben. Schließlich stecken Arbeitnehmer in unterschiedlichen Verträgen und sehen sich an Streikrecht gebunden. Sie können nicht einfach aus Solidarität mit anderen Angestellten ihrer Arbeit fernbleiben. Und selbst innerhalb einzelner Unternehmen gibt es die Klasse von Lokführern oder Piloten und die der Reinigungskräfte.

Foto: Jos Verhoogen

Zum Radfahren verdammt

Die BVG will ab heute Nacht für unbestimmte Zeit streiken. Guter Coup zumal gerade Tausende von Besuchern zur Tourismus-Messe ITB angereist sind. Ärgerlich für Fachbesucher, andere Touristen dürfte es weniger stören, denn unvorhersehbare Ereignisse liefern den besten Stoff für Anekdoten. “Schlecht gelaunte Berliner? ” – “Überall gesehen.” Warum sich die Leute wegen eines kleinen Streiks nur so haben müssen…

Eine Freundin, die gerade eine Gruppe ausländischer Jungdiplomaten durch die Stadt geleitet, hat da andere Sorgen. “Als wenn die BVG nicht wenigstens bei Schnee eine Ausnahme machen könnte.” An das Ausleihen von Rädern ist nicht zu denken, einige Teilnehmer sind zu fahrrad-unerfahren.

Das geht wahrscheinlich auch vielen Berlinern so, die allenfalls ein angestaubtes Rad mit schlechten Bremsen im Keller stehen haben. Der Tagesspiegel rät auf’s Fahrrad umzusteigen und gegebenenfalls eines auszuleihen. Gute Idee, nur ist das BVG-Monatsticket in den meisten Fällen schon bezahlt. Und Fahrradverleihe verlangen oft Touristen-Preise. Vielleicht sollte der Berliner Senat doch über öffentliche Leihräder nachdenken, die gegen einen jährlichen Beitrag jederzeit genutzt werden können.

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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