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Eine Sendung für neun Euro – danke Post!

In der Post-Zweigstelle an der Frankfurter Allee, einem kleinen Raum in einem Stalin-Bau, arbeitet ein Typ mit gepflegtem Pferdeschwanz, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Leider fast allein. “Nicht klagen – kämpfen” steht auf seinem T-Shirt. Gekämpft habe ich um meine Fassung, denn die Post stiehlt Lebenszeit. Wirklich. Nach 30 Minuten bin ich an der Reihe.

Hätte ich die Wahl, würde ich zu einem Konkurrenten überlaufen. Nichts gegen gut gelaunte, gelassene Angestellte. Wenn aber ein paar Häuser weiter eine privater Postdienst die gleichen Sendungen 20, 30 Cent teurer befördern würde, wäre das für eine kurze Wartezeit ein guter Deal.

In der halben Stunde, in der die agile alte Dame in der Schlange vor mir ihren neuen Hackenporsche vorführt, hätte ich arbeiten können. Ich wäre 7,50 Euro reicher gewesen. Die Sendung hat also effektiv nicht 1,45, sondern fast neun Euro gekostet. Wegen personeller Fehlkalkulationen eines Monopolisten, die wir vorerst hinnehmen müssen.

Ein Mindestlohn für die Branche ist überfällig, keine Frage. Eine angemessene Entlohnung muss nicht zwangsläufig zum Abbau von Arbeitsplätzen führen, auch wenn Postkonkurrenzunternehmen so argumentieren. Kunden wären sehr wohl bereit, mehr zu zahlen: Wenn der Service stimmt.

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4 Kommentare zu “Eine Sendung für neun Euro – danke Post!”



  • Also ich kann mich nicht beklagen dort in der Filiale. Ich finde sogar, dass die Angestellten dort ausgesprochen freundlich sind.
    Und selbst lange Schlangen dauern nicht mehr als 10 Minuten. Aber vielleicht bin ich auch zu den falschen bwz. richtigen Zeiten dort?


  • Es gibt auch Briefmarkenautomaten…(€ 1.45, =Grossbrief, gelle?)


  • Wenn man’s genau nimmt, würde der Preis für ein Versandprodukt der Deutschen Post ja dann nach Einkommen des Versenders berechnet… Die kleine Kassiererin mit einem Gehalt von 6,- € pro Stunde würde in diesem Fall “nur 6,90 für ein Päckchen zahlen müssen, während der Abteilungsleiter mit 20,- Stundenlohn 14,90 zahlen müßte…. Sehr sozial – theoretisch…

    Wenn ich all meine Wartezeiten in Lohn und Gehalt umrechnen würde – oje…

    In der Post-Filiale im Forum Köpenick warte ich regelmäßig 10-15 Minuten.

    Also vielleicht lieber doch nicht am Personal sparen, dann gehe ich auch nicht mehr zur Konkurrenz


  • In der Frankfurter Allee gibt es nur eine Postfiliale und die befindet sich in einem großen Raum in einer, na ja, Einkaufspassage. Dennoch, die Post stielt Lebenszeit, viel Zeit. Und sie scheint kein schlechtes Gewissen dabei zu haben.
    Zum annähernd gleichen Preis befördert PIN die Sendung auch. Es gibt mehrere Annahmestellen in der Nähe dieser Postfiliale, aber möglicherweise sprechen wir auch von verschiedenen Filialen, siehe oben.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
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  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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