Rabatt, Räumung, Ende. Die Karl-Marx-Buchhandlung in der gleichnamigen Allee gibt morgen auf und zieht in den Samariterkiez. Nostalgiker unter uns trauern, weil die großen gelben Leuchtlettern mit dem Namen des Revolutionärs schon seit mehr als 50 Jahren dort hängen und die Hoffnung auf geschäftige Betriebsamkeit in der einstigen sozialistischen Prachtallee mal wieder enttäuscht wurde. Zuletzt las man solche Abgesänge vor drei Jahren, als das Kino Kosmos schließen musste. Dort finden inzwischen Partys statt, für die Jugendliche jedes Wochenende länger Schlange stehen müssen, als je für eine Kinokarte. Dieser Ort scheint so seine wahre Bestimmung gefunden zu haben.
So richtig brummt hier sonst nur das Reste-Depot mit Billigwaren eines Kaffeerösters, eine Kneipe am Frankfurter Tor und der Verkehr selbst. 75.000 Autos am Tag werden häufig als Grund genannt, weshalb aus der Flaniermeile des Ostens immer noch nichts geworden ist. Bis sich das ändert, werden sich in den Erdgeschossen der Stalinbauten Matratzenläden, Möbel-Discounter und Leerstand abwechseln. Immerhin soll die Straße wenigstens wieder so leuchten wie früher: Die abgesägten Kandelaber werden gerade originalgetreu restauriert.










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