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Archiv für das 'Café'-tag

Hunde, Latte Macchiato und die Arbeiterwohlfahrt

Foto: Anne Grieger

Von wegen Latte-Macchiato-Kiez: In der Wühlischstraße in Friedrichshain betreibt die Awo ein Kiez-Café für Wohnungslose und Einkommensschwache. Ich dachte zunächst, eine der hippen Kneipen hätte einfach das Schild behalten, aber es scheint tatsächlich eine Anlaufstelle für Menschen in Not zu sein. Neben Beratungsangeboten und einer Notschlafstelle finden Besucher dort auch eine Kleiderkammer. Zudem werden Lebensmittel kostenlos verteilt.

Gleich um die Ecke, in der Gärtnerstraße, eine völlig andere Welt. Die “Kaufbar” erinnert an eine Art Puppenstube für Erwachsene, mit Retro-Tapeten an den Wänden, türkisfarbenem Tresen und Holztischen mit geblümten Tischdecken. Es gibt Bio-Milchkaffee, hin und wieder krabbeln dort Kinder herum. Wie im “Kauf dich glücklich” in Prenzlauer Berg können das alte Mobiliar und bunter Schnickschnack gekauft werden.

Das gleiche Bild auch am Boxi – hier die Familien mit Kindern auf dem Spielplatz, da die Trinker mit ihren Hunden. Ein funktionierendes Nebeneinander? Wohl weniger. Eltern klagen immer wieder über Hundemist, bereits vor mehr als drei Jahren wurde ein Teil des Platzes eingezäunt, um eine Liegewiese zu schaffen und Hunde fern zu halten. Bis heute weitgehend vergeblich, wie es scheint.

Tatort-Abend im Graefe-Kiez

Nina S. hat ihren Fernseher verschenkt, aber Tatort muss sein. Tatort-Abend ist sonntags und Gleichgesinnte gibt es in Kreuzberg viele. Im Mathilda in der Graefestraße zum Beispiel.

Mehr als 30 Leute drängen sich in den kleinen fensterlosen Hinterraum der Kneipe, bereits um halb acht ist das Zimmer bis auf den letzten Platz gefüllt. Zuspätkommer haben das Nachsehen. Ob der Krimi noch woanders gezeigt werde, will ein Typ wissen, der keinen Platz mehr ergattert hat. Es wird geraucht, wie in fast allen Kreuzberger Kneipen, für das demonstrative Gehuste erkälteter Passivraucher hat man nur ein müdes Lächeln übrig.

Gelacht wird gemeinsam. Der Tatort – diesmal mit Axel Prahl aus Münster – spielt im Burschenschaftsmilieu, das den meisten Anwesenden wahrscheinlich so fremd ist, wie den Westfalen Wohnungen mit Ofenheizungen.

Tatort-Abende sind längst kein Berliner Phänomen mehr, auch in anderen Städten versuchen Wirte, an den Erfolg der Public Viewing Areas der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr anzuknüpfen. Könnte gelingen, da der “neue Tatort” auch Überschneidungen mit anderen Formaten aufweist und durchaus komische Elemente beinhaltet.

Wenn Gerichtsmediziner Boerner mit einem Totenschädel herumspielt und dazu noch Hamlet-like über “Sein oder Nichtsein” philosophiert, amüsieren sich auch Englischlehrer prächtig, die eigentlich erst zur Sendung von Anne Will einschalten wollten.

Vielleicht auch bald in Gesellschaft, und nicht bloß vor dem heimischen Fernseher…

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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