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Frank Zappa: Sheik Yerbouti in Marzahn

Foto: Eddie BermanWer kann sich vorstellen, dass der Typ auf diesem Bild aus Marzahn kommt? Jemanden wie ihn trifft trifft man sicher mal bei Kaiser’s am Helene-Weigel-Platz oder sieht ihn im 25. Stock eines Plattenbaus in der Allee der Kosmonauten in den Fahrstuhl steigen.

Frank Zappa war natürlich kein Ost-Berliner und hat die meiste Zeit seines Lebens in Kalifornien verbracht, aber in Marzahn wird dem verstorbenen US-amerikanischen Musiker heute eine Straße gewidmet - die erste deutschlandweit. Und dass gerade ein Freak wie er Spuren in diesem Bezirk hinterlässt, macht die Angelegenheit interessant.

Der Antrag auf Umbenennung der “Straße 13″ ging vom Orwohaus aus, einem ziemlich hässlichen aber riesigen Plattenbau, der nach der Wende lange leer stand. Inzwischen nennt sich das Gebäude “Europas größter Probenraum”, in dem 160 Bands üben. Von der sechsspurigen Hauptstraße aus kann man die Musiker schon jammen hören.

Gefeiert wird die Umbenennung auch: Auf zwei Bühnen spielen ab 16 Uhr bis tief in die Nacht hinein 18 Bands, unter anderen eine Cover-Formation, die den Titel des Zappa-Albums “Sheik Yerbouti” trägt. Am Abend soll um 21:45 Uhr dann das neue Straßenschild enthüllt werden.

Übrigens: Zappa hat mit seinen Mothers of Invention auf einer Tour in der süddeutschen Provinz überaus toll gejammt. Und so freakig wie seine Texte vermuten lassen, war er nicht: Nichts mit LSD und Co. - wenn man seinen Biografen glauben kann, trank er exzessiv Kaffee und rauchte wie ein Schlot.

Orwohaus-Festival am 28.Juli 2007 in Berlin-Marzahn

Foto: Eddie Berman

Parkmusik

Im letzten Jahr stand an fast allen Sommerabenden ein Eiswagen auf der Hobrechtbrücke, die über den Landwehrkanal führt und Kreuzberg und Neukölln verbindet. Doch statt Eiswaffeln reichte der Besitzer des Fahrzeugs viele Flaschen Bier und Bionade durch das kleine Fenster. Klappstühle wurden ausgepackt, Windlichter auf das Brückengeländer gestellt. Die Brücke verwandelte sich in einen Mini-Biergarten.

Den “Eiswagen” gibt es nicht mehr, der Besitzer hat Ärger mit dem Ordnungsamt bekommen und musste aufgeben. Auf der Neuköllner Seite, am Maybachufer, versucht nun ein Restaurant an den Erfolg des mobilen Spirituosenhändlers anzuknüpfen und lockt rund um die Uhr mit Happy-Hour-Preisen. Vergeblich.

Die spontane Szene hat sich längst zwei Brücken weiter verlagert. Schon im vergangenen Sommer war die Admiralsbrücke in Kreuzberg beliebt - in diesem Jahr scheint sie jedoch der Treffpunkt schlechthin zu sein für Studis, junge Familien. Nicht zu vergessen die Baumschützer, die sich dort jeden Abend um 18 Uhr treffen, um ihre Protest-Aktionen gegen die Abholzung weiterer Bäume am Kanal zu organisieren.

Heute gab es auf einer Wiese vor der Brücke Livemusik: “Wir machen Parkmusik und die Windel ist voll, wir machen Parkmusik, dem Mädchen da, schmeckt das Eis ganz toll”… Eine internationale Gruppe improvisierte wie wild, drückte Kindern Rasseln und Trommeln in die Hand und animierte die Zuhörer zum Mitsingen. Erst etwas verunsichert, dann aber immer stärker dem Beat der Musik folgend, rockte Kreuzberg wieder mal ausgelassen.


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Berlin bei Nacht

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