Archive for Oktober 2nd, 2007

Das Problem am anderen Ende der Leine

Oranienstraße Kreuzberg

“Man kann Bänke anzünden und dealen, alles kein Problem. Aber wehe, du hast einen Hund”, beschwerte sich kürzlich ein Neuköllner im Deutschlandfunk über Kontrollen des Ordnungsamts in der Hasenheide. Aus Protest lässt er sein Tier ohne Leine durch den Park laufen. In der großen Grünanlage zwischen Kreuzberg und Neukölln treffen wir auch Alexander und seine Bulldogge “Saddam”. Der Hund sitzt friedlich zu seinen Füßen, ganz wie das Tier auf dem Foto, das in der Oranienstraße wahrscheinlich ein Auto bewachen soll.

Auch Alexander hat Grund, sich zu ärgern: Über den Leinenzwang, über schiefe Blicke von Eltern mit Kindern und über die einzige Hundewiese im Kreuzberger Teil des Parks. Dort laufen eher die Bewohner der Bergmannstraße auf, “die haben nettere Hunde”, erzählt eine Freundin. Andere Grünanlagen wurden aufwendig umgestaltet, um Hunde und ihre Hinterlassenschaften fern zu halten. Leute mit Kindern sollen her - wie zum Beispiel am Boxhagener Platz in Friedrichshain.

Der städtische Aktionismus begann vor sieben Jahren mit der Hundeverordnung, die die Haltung von Kampfhunden erschwert. Das Gesetz zeigt Wirkung, meinen dessen Befürworter und verweisen darauf, dass Hundeattacken auf Menschen von von 1900 im Jahr 2000 auf weniger als 900 zurückgegangen sind. Die strengeren Gesetze und die öffentlichen Debatten haben offenbar dazu geführt, dass sich Hundehalter mehr mit ihren Tieren beschäftigen. Claudia Hämmerling von den Grünen fordert seit Jahren die Aufhebung des Gesetzes, das bestimmte Rassen als gefährlich einstuft. Schäferhunde und Rottweiler dürfen dagegen ohne Maulkorb herumlaufen und beißen häufiger zu, als alle anderen Rassen zusammen.




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