
Ich musste vor einigen Jahren einmal für ein Soziologie-Seminar eine Feldstudie zum Thema Grillen machen. Wochenlang suchten wir öffentliche Grillplätze auf, sichteten Grill-Zubehör in Supermärkten und befassten uns mit der Rollenverteilung auf Grillpartys: Wer dreht das Fleisch, wer bereitet Salate zu und so weiter. Erstaunliche Ergebnisse förderte die Untersuchung nicht zu Tage, in acht von zehn Fällen bewachten Männer das Feuer.
In Berlin sind in den letzten Jahren immer mehr Leute mit Einweg-Grills zu beobachten. Wahrscheinlich weil der Platz auf den meisten Balkonen zu klein ist, sofern vorhanden, und Dauerstress mit den Nachbarn nicht gerade angenehm. Überall wo man nett sitzen kann, brutzelt jemand Fleisch oder Gemüse. Leider sieht es Montag morgens dann an vielen Stellen aus, als hätte ein Orkan gewütet und Reinigungstrupps beherrschen die Szene. Ja, so entstehen Jobs, aber wohl kaum solche, die heiß begehrt wären. Hier ein Überblick über öffentliche Grillplätze.
Foto: Henning Onken









“Feldstudie zum Thema Grillen für ein “Soziologie-Seminar” ?
In Berlin braucht dazu weder Feldstudien oder Sozologie Seminate zu absolvieren.
Der ganz normale Berliner weiß durchaus ohne akademischen Rang, wie es in einer Grünanlage aussieht, wenn ganze Horden im Park grillen.
Rollenverteilung beim grillen, wer brät das Fleisch.
Vielleicht hätte man eher auf die Rollenverteilung, wer räumt den Dreck weg hinterher, achten sollen.
Viel Spaß noch, wenn der Herr Nachbar sein halbes Schwein auf dem Balkon anfängt zu grillen und es dabei “bewacht”.
Ich finde es auch schlimm wie das meist in den Parks zum Sonntagabend aussieht. Und riecht.
Ob Mauerpark, Tiergarten oder die vielen anderen Parks der Stadt.
Richtig ist da wo Platz ist wird gegrillt.
Oft haben unsere Freunde aus dem Orient noch Ihre Tische, Stühle… mitgebracht.
Die Rollenverteilung wer/wann/wo ist mir persönlich egal. Aber Soziologie Studenten wollen ja beschäftigt werden.
Vor 2 Wochen war ich im Madrider Retiro Park -
Tausende Menschen verschiedenster Schichten Hielten sich dort auf .
Dennoch konnte ich keinen Müll entdecken .
Lag es daran das die Madrilenen -und Touristen- ihren Park seit Jahrhunderten lieben, das das Grillen verboten ist oder permanent Reinigungswagen kaum merkbar die Müllkörbe leeren ?
Ideal wäre wohl eine Kombination von allem .
Übrigens wird kein Eintritt genommen und Sheriffs wie in Potsdam habe ich keine bemerkt
@Holger: Das ist interessant. Vielleicht werden Grillen und die Vermüllung von Parks in Madrid doch schnell mit saftigen Geldbußen geahndet? Oder andere Parkbesucher strafen einem mit sichtlicher Verachtung?
Scheint jedenfalls in den meisten Parks hier in Berlin nicht zu ziehen, weil die Verbote eh nicht durchgesetzt werden. Die Idee mit den Reinigungswagen ist wahrscheinlich gar nicht so schlecht – wo die Müllcontainer überquellen und der erste Müll herumliegt, scheinen sich spätere Entsorger kaum noch Gedanken zu machen…
Liebe Anne, Lieber Holger, ich glaube selbst das wird nicht funktionieren.
Erstens dürfen wir nicht vergessen, Berlin hat kein Geld. Nicht, überhaupt nichts. (Ich erinnere nur an die in Berlin praktizierte Methode alte oder kranke Bäume zu Fällen (was ja prinzipiell richtig ist) aber kein Geld zu haben um neue zu pflanzen oder auch kein Geld für den Betrieb von Brunnen)
Also Mehrkosten für die zusätzliche Reinigung von Parkanlagen für z.B. eine mehrmalige Säuberung von Parks können Sie vergessen- ist nicht finanzierbar.
Unser allseits geliebtes Ordnungsamt, derzeit Streikt es ja, hat wenig mit den Parks im Sinn bzw. diese paar Leutchen können nicht überall sein. 20 Euro Strafe schrecken auch keinen Hundebesitzer (freilaufende Hunde), wilde Fahrradfahrer oder Grillende Personen ab).
Parksünder sind leichter zu bekommen. Und einfacher.
Dann sind wir bei den grillende Personen selber. Und das ist das Problem. Oft ist sehr gut zu sehen wie alles stehen und liegen gelassen wird wo es hinfällt. So wird es dann von den Kindern übernommen und die machen das dann auch. Glas, Plastikgeschirr… alles auf der Wiese verstreut. Klassisch eben.
Im Mauerpark kann man dann Samstag Abend die Müllberge sehen wie sie (habe ich ein mal gesehen) von unseren Jugendlichen aus dem Wedding angezündet werden. Na ja, Müllentsorgung auf Italienisch.
Was kann man machen? Strafen erhöhen? Bringt leider nichts so lange nicht regelmäßig (!) und konsequent kontrolliert und natürlich auch kassiert wird.
Fehlendes Geld ist immer ein Totschlagargument. Bin überzeugt, dass sich mehr Personal refinanzieren würde durch höhere Bußgeldeinnahmen.
Klar würde das etwas Geld bringen. Aber bei den heutigen Busgeldhöhen nicht viel. Das trägt sich nicht selbst.
Viele dieser Personen (aber nicht alle-logisch) sind Empfänger von Lohnersatzleistungen oder haben gar kein Einkommen. Von denen bekommen Sie nichts. Leider.
Hier noch ein Link zum aktuellen Zeit-Magazin: “Warum Brutzeln noch immer Männersache ist”.
http://www.zeit.de/2008/22/Grillen