

Es hat gebrannt - mal wieder. Vor fast genau zehn Jahren flüchteten die Bewohner der Rigaer Straße 84 schon einmal vor den Flammen. Raus auf die Straße, Blaulicht, Feuerwehr und hektisch ein paar Habseligkeiten retten, um dann irgendwo anders unter zu kommen. Gestern ist genau das wieder passiert und diesmal ist das Haus noch weiter herunter gebrannt. “Die Feuerwehr hat lange Zeit nichts gemacht”, erzählt ein Bewohner. Über die Brandursache ist noch nichts bekannt, doch an der Interessenlage zwischen Besitzer und Mietern hat sich seit 1997 wenig geändert. Er will sanieren, sie wollen gemeinsam günstig wohnen.
Den Brand von 1997 haben Unbekannte in den Dachstühlen des Hauses gelegt. Doch nach langer baupolizeilicher Sperrung, Behördenhickhack, Besitzerwechsel und Instandsetzung kehrten die Bewohner zurück. Dem neuen Besitzer waren offenbar die bestehenden Mietverträge verschwiegen worden. Ob sich die vor die Tür Gesetzten durchsetzen können, ist fraglich.










“Sieh an, Pinocchio und seine Freunde!” - jeden Tag malte ein Typ mit Hut und seine Freundin mit Dreadlocks die Wand ein wenig weiter mit tanzenden Figuren voll, ein Märchenwald wuchs in der Rigaer Straße. Hin und wieder holten sie sich sogar einen Scheinwerfer und pinselten im Dunkeln. Doch seit ein paar Tagen ist Schluss damit: in einer nächtlichen Racheaktion ist die Fassade des Hausprojekts Rigaer 94 auf ganzer Länge übermalt worden, zensiert sozusagen. Sogar ein Bekennerschreiben hing an der nun schwarzen Wand. Darin wurden die beiden Künstler faschistischer Umtriebe bezichtigt und dazu aufgefordert, bei echten Punks in die Lehre zu gehen.


