Sonntagmorgen, Volkspark Friedrichshain. Hinter einem riesigen Müllberg posiert ein älterer Herr mit Baseball-Cap und Sonnenbrille. Wie ein Bild-Leserreporter lässt sich der Tourist von seiner Frau knipsen. “This is Berlin.” Zentnerweise Verpackungen, Pappteller und Fleischreste haben die Samstagsgriller hier hinterlassen. Nur die Pfandflaschen haben Sammler längst mitgenommen.
Das ist Berlin. Wie in jedem Jahr rufen Bürger nach Ordnungsämtern, um Müllsünder zu bestrafen. Aber was bringt es, sich darüber aufzuregen? Die meisten Berliner haben keinen eigenen Garten und nehmen sich das Recht, auf jeder Wiese zu grillen – Verbote hin oder her.
Im Volkspark hat die große Mehrzahl der Feiernden versucht, ihren Abfall zu entsorgen. Man kann nicht von ihnen erwarten, dass sie den Müll mit nach Hause nehmen. Der Bezirk täte gut daran, größere Container und Aschebehälter aufzustellen, damit sich die Berge nicht entzünden. Die mittelfristige Lösung des Problems liegt nicht in mehr Überwachung und Gezeter über den Verfall der Sitten. Wir brauchen eine Ausweitung von Pfandsystemen für Verpackungen, damit der Müll dort landet, wo er hingehört – bei den Lebensmittel-Discountern.











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