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Archiv für das 'Neukölln'-tag

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Parkmusik

Im letzten Jahr stand an fast allen Sommerabenden ein Eiswagen auf der Hobrechtbrücke, die über den Landwehrkanal führt und Kreuzberg und Neukölln verbindet. Doch statt Eiswaffeln reichte der Besitzer des Fahrzeugs viele Flaschen Bier und Bionade durch das kleine Fenster. Klappstühle wurden ausgepackt, Windlichter auf das Brückengeländer gestellt. Die Brücke verwandelte sich in einen Mini-Biergarten.

Den “Eiswagen” gibt es nicht mehr, der Besitzer hat Ärger mit dem Ordnungsamt bekommen und musste aufgeben. Auf der Neuköllner Seite, am Maybachufer, versucht nun ein Restaurant an den Erfolg des mobilen Spirituosenhändlers anzuknüpfen und lockt rund um die Uhr mit Happy-Hour-Preisen. Vergeblich.

Die spontane Szene hat sich längst zwei Brücken weiter verlagert. Schon im vergangenen Sommer war die Admiralbrücke in Kreuzberg beliebt – in diesem Jahr scheint sie jedoch der Treffpunkt schlechthin zu sein für Studis, junge Familien. Nicht zu vergessen die Baumschützer, die sich dort jeden Abend um 18 Uhr treffen, um ihre Protest-Aktionen gegen die Abholzung weiterer Bäume am Kanal zu organisieren.

Heute gab es auf einer Wiese vor der Brücke Livemusik: “Wir machen Parkmusik und die Windel ist voll, wir machen Parkmusik, dem Mädchen da, schmeckt das Eis ganz toll”… Eine internationale Gruppe improvisierte wie wild, drückte Kindern Rasseln und Trommeln in die Hand und animierte die Zuhörer zum Mitsingen. Erst etwas verunsichert, dann aber immer stärker dem Beat der Musik folgend, rockte Kreuzberg wieder mal ausgelassen.

Heroische Baumfällaktion

Den nachrichtlichen Wert dieses Beitrags zuerst: Es sind wieder Bäume gefallen, am Landwehrkanal, diesmal 22. 22 gefällte Bäume, rund 150 Polizeibeamte und etwa zwanzig protestierende Anwohner, so die vorläufige Bilanz der heutigen Aktion am Landwehrkanal zwischen Reichpietschufer und Hobrecht-Brücke.

Es gießt in Strömen, trotzdem haben sich auf der Brücke an der Brachvogelstraße etwa acht Anwohner versammelt, die fassungslos auf die beiden im Wasser treibenden Baumstämme blicken. Gleich gegenüber von der Stelle, an der sich Mo, die wilde Camperin niedergelassen hat, hat das Wasser- und Schifffahrtsamt heute morgen zuerst die Sägen angesetzt. Das Polizeiaufgebot ist recht überschaubar, lediglich ein Mannschaftswagen mit beschlagenen Fensterscheiben steht vor der Brücke. “Kommt doch noch mit zur Hobrecht-Brücke”, ermuntert eine der Anwohnerinnen ihre Mitstreiter. Dort sollen ebenfalls Bäume gefallen sein. Die kleine Gruppe besteigt ein Taxi, zwei Männer schnappen sich ihre Fahrräder und radeln kanalabwärts Richtung Neukölln.

Mittagszeit am Maybachufer, es regnet nicht mehr. Die Polizisten langweilen sich. Acht Wannen bei zwanzig Protestierenden – die Beamten “machen Mittag”. Ein Kantinen-Mitarbeiter verteilt Erbsensuppe, ein lauer Morgen für die sonst gestresste Berliner Polizei. Eine Kita-Gruppe mit Bollerkarre freut sich über das Polizeiboot Charlottenburg, das die Aktion vom Wasser her absichert. “Hallo Bootsfahrer”, ruft ein kleines Mädchen immer wieder und kann sich nicht einkriegen. Der Kapitän winkt gerührt zurück.

Für die Presse scheint der Besuch ebenfalls weniger ergiebig. Der RBB ist mit einem Ü-Wagen vor Ort, die Abendschau hat ein Filmteam geschickt. Schwer, die zwanzig Anwohner so zu filmen, als seien es 200. Dass es wichtig ist, immer wieder über die Anwohner-Initiative zu berichten, daran besteht kein Zweifel. Um die gefällten Bäume scheint sich außer den Männern vom Wasser- und Schifffahrtsamt zu dem Zeitpunkt jedoch niemand mehr zu scheren. Sie zersägen die Baumstämme, um sie dann später per Boot abzutransportieren.

Der Landwehrkanal in Zahlen

“Must have”

Absolutes “must have” für den Sommer:

promo

1. Shift the notch of the card under the tick
2. Lift the card slightly and continue to shift
3. The tick will be deferred of the skin

Alles klar?

promo

Bilanz:

In Neukölln gibt es offensichtlich keine Zecken, jedenfalls rechnen Apotheker im Rollberg-Viertel mit keinem “Run” auf diese Plastik-Karten.

Erfahrungsberichte im Internet jede Menge, sogar Tipps, wie man die Dinger umsonst bekommt.

Versandkosten bei Ebay mehr als doppelt so hoch wie Preis für Produkt… Also Apotheken-Marathon durch Kreuzberg?! Albern.

Männer-Café

Was ist “so special” an den türkischen Männer-Cafés, die in Neukölln an jeder Ecke zu finden sind? Ich kann nur mutmaßen, obwohl ich mehrfach versucht war, einfach in eines hineinzulaufen mit einem halbwegs plausiblen Vorwand.

Hin und wieder gelingt es mir, einen Blick durch die Scheibengardinen des Café Istanbul am Anfang unserer Straße zu werfen. Es gibt gleich zwei Cafés mit diesem Namen in Neukölln. “Unser“ Schiller-Café-Istanbul scheint nie zu schließen. Ob die älteren Herren, die dort an den Tischen hocken – Tee trinken, Wasserpfeife rauchen und Karten spielen – wohl kein zu Hause haben, habe ich mich oft gefragt. Nicht jeden Tag spielt die türkische Nationalmannschaft Fußball und Flatrate-Preise für Kaffee oder Tee gibt es dort bestimmt nicht.

Das Männer-Café als eine Art Schutzraum vor schlecht gelaunten Ehefrauen und quäkenden Kindern? Könnte was dran sein. Der Altersdurchschnitt der Cafébesucher dürfte jenseits der 40 liegen, oder junge Männer wirken durch die Gardinen beträchtlich älter. Das Café Istanbul macht einen friedlichen Eindruck, nie habe ich eine Streiterei gehört, nicht einmal ein lautes Lachen.

Wie ich das Thema als blonde, nicht-muslimische Frau angehen soll, weiß ich noch nicht. Vielleicht beginne ich die Feldforschung im Umfeld, in einem der Internet-Cafés in der Nachbarschaft: Dort treffen sich nämlich all jene, die für die Männer-Cafés noch zu jung sind. Das Internet-Café als Anfang vom Ende des klassischen Männer-Cafés? Dazu später mehr.

Türkische Filmwoche

Wieder ein Festival in Berlin: Die 5. Türkische Filmwoche sollte neugierig machen, gerade in Kreuzberg und Neukölln. Noch bis zum 27. Mai werden insgesamt 20 türkische und deutsch-türkische Produktionen im Babylon Mitte und im Neuen Off in Neukölln gezeigt.

Das neue türkische Kino sei “sehr reich: humorvoll und kritisch; aufklärend und zukunftsweisend; gescheit und lebensnah”, schreibt Özcan Mutlu, Mitglied des Abgeordnetenhauses, in seinem Grußwort. Tatsächlich präsentieren die Initiatoren Filme aus unterschiedlichen Genres – vom Polit-Thriller über den Science Fiction-Film bis hin zum Drama. Auch zwei Dokumentarfilme stehen im Programm.

Die Musenstube

Illustration: Annette Köhn“Mein Name ist Spielmann, ich komme für die Kiezlupe, die Frage ist, ob Sie Interesse haben, für sich und Ihr Angebot zu werben.“ Wenn es die Qualität meines Bandes es hergäbe, würde ich diesen Satz einstellen. Als Endlosschleife.

“Mein Name ist Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann Spielmann …”

Klang wie Ludwig Erhardt in den 50er Jahren.

Montag in der Musenstube, Annette Köhn erzählt gerade von ihrem Projekt mit Schülerinnen der Rütli-Schule. “Wer nicht wirbt, der stirbt“, fährt der Anzeigenverkäufer fort. Eine These, die vielleicht auf den ein oder anderen Trödelladen in der Nachbarschaft zutreffen könnte, auf den Laden von Annette wohl aber weniger. Es sind gerade Projekte wie die Musenstube, die den Reuter-Kiez neu beleben. Auch wenn sie den Initiatoren einigen Mut abverlangen. ‘Die Musenstube’ weiterlesen

Neue Kommentare

  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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