Schon wieder ein Nachruf, diesmal auf Kunst im öffentlichen Raum. Am Bahnhof Alexanderplatz, einem der ausladendsten Bahnhöfe der Hauptstadt, werden ab morgen Werbeplakate statt Kunst hängen. Passe nicht zum Selbstbild der Stadt, die sich gern als Kulturmetropole sehe, findet die Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (NGBK). Seit 1991 ist der Verein Schirmherrin eines vom Senat geförderten Plakat-Wettbewerbs die Bespielung des U2-Bahnsteiges. Doch “Kunst statt Werbung” – das war gestern.
Kommerzielle Interessen sind durchsetzungsfähiger wenn es um einen Bahnsteig geht, den täglich 120.000 Menschen passieren. Der finanzkräftige Gegner, der der Künstlervereinigung die Plakatflächen an dem entsprechenden Bahnsteig streitig machte, heißt Wall. Neben Anzeigentafeln und Litfaßsäulen betreibt das Unternehmen auch öffentliche Toiletten, die auf der Firmen-Webseite als Designer-WCs beworben werden. Besonders unverständlich daher, dass es zu keiner einvernehmlichen Lösung mit der Künstlervereinigung über die weitere Nutzung des U2-Bahnsteigs als öffentliche Galerie gekommen ist.
Gut möglich, dass das Kunst-Wettbewerb an anderer Stelle wieder aufgelegt wird. Vorortsbahnhöfe, für die sich keine dem sich keine Werbekunden finden lassen, gibt es viele. Es wäre aber die falsche Antwort auf ein Projekt, das einem tristen Ort wie den Alexanderplatz jahrelang erträglicher gemacht hat.




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