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Kampfpreis für ein halbes Hühnerleben

HühnerhausAn der Skalitzer Straße drehen sich seit nunmehr zehn Jahren Hähnchen am Grill, doch so viele Leute waren noch nie da: Mitte Februar standen sich Tag und Nacht bis zu 50 Menschen frierend die Beine in den Bauch, um an einem halben Hähnchen für 99 Cent knabbern zu dürfen. Das Hühnerhaus hatte Geburtstag und die Jubiläums-Aktion kam prima an. Über die Gründe brauchen wir nicht lange spekulieren: Hartz IV, Geiz-ist-geil, Angst etwas zu verpassen, was auch immer.

Inzwischen haben sich die langen Schlangen vor dem Laden durch eine leichte Preiserhöhung verkürzt, doch die Betreiber feiern ihr Jubiläum munter weiter. Okay, ein erfolgreiches Gastronomie-Konzept also, herzlichen Glückwunsch! Doch eine Frage bleibt: Wie ist es möglich, ein Huhn aufzuziehen, und es dann zu einem solchen Kampfpreis anzubieten? Es mit Hormonen und Medikamenten vollzustopfen, zu schlachten, zu transportieren, zu kühlen und schließlich vor unseren Augen zu braten?

Die hocheffizienten “Hühner-KZ’s” der globalisierten Geflügelindustrie haben es möglich gemacht, dass Hühnerfleisch heute fast 90 Prozent billiger ist, als vor 60 Jahren. Trotzdem: Irgendwo in der Produktionskette zwischen einer Maststation in China und diesem Kreuzberger Imbiss muss ein Bruch sein. Hat ein Frachter aus Übersee drei Container mit Fleisch von genmanipulierten Einheitshühnern wegen der Vogelgrippe günstig an einen Berliner Händler verklappt?

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2 Kommentare zu “Kampfpreis für ein halbes Hühnerleben”



  • Hallo! Dein Artikel über den Kampfpreis für ein halbes Hühnerleben ist anregend und aktuell. Ich zieh mir gerne mal so einen halben Flattermann mit Pommes rein und fühl mich ganz wohl dabei. Jetzt hast du mich bei meinem dauernden Appetit erwischt und ich sollte hier den Kampf aufnehmen. Danke für deine gelungene aktuelle und hintergründige
    Aufklärung und Pädagogik.


  • hallo christoph, danke fürs lob. in unserem alltag spielen sich seltsame dinge ab. aber leider trotte ich meistens einfach weiter statt “moment mal!” zu sagen.

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  • Thomas Feirer: echt coole Bilder …
  • Anonymous: achso hier meine email adresse zero88-denis@web.de
  • Anonymous: echt bei dir geht das noch? zu silvester wollen paar leute und ich schön gemütlich auf ein dach feiern ist...
  • Aileen: Ich hab mal ne frage: wo genau ist der Markt und hat der auch sonntags auf? lg
  • Ilse Fuehrhoff: Es gibt in Berlin tatsächlich noch sehr viele, eigentlich ungeahnt viele Hausfassaden oder auch...

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