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Berlin brutal #14: Ohne Kohle durch den Winter

Brennholz für den Winter - Foto: Henning Onken

Eine Robbe mieten und Brennholz durch die Stadt karren. Es mit Axt und Motorsäge zerkleinern und im Keller stapeln, das kommt mir bekannt vor. Ich habe Punks erlebt, die sogar das Treppengeländer ihres Hauses verheizt haben, das Sperrholz von Baustellen verfeuerte ich im undichten Ofen oder saß mit Jacke im kalten Zimmer. Und doch ist das lange her, nur die sinnlos gewordenen Werbezettel von Kohlehändlern erinnern noch an diese Zeit – doch halt, die liegen jetzt auch nicht mehr im Briefkasten. Längst ist die Dunstglocke der Kohleöfen abgezogen, die in der kalten Jahreszeit über Berlins Ostbezirken hing.

Wer in einem unsanierten Haus wohnt und Brennholz für den Winter stapelt, macht sich unabhängig vom drastischen Anstieg der Heizkosten bei Öl und Erdgas. Doch so richtig warm hat es nur, wer ständig nachlegt. Das klingt vielleicht romantisch, wird aber schnell mühselig.

Wie viele Berliner machen es noch wie diese beiden, die mir in Friedrichshain begegnet sind? Vermisst ihr euren Ofen?

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12 Kommentare zu “Berlin brutal #14: Ohne Kohle durch den Winter”



  • Ofenheizen ist eins der wenigen sinnvollen Dinge, die ich bei der Bundeswehr gelernt habe. Das war Mitte der neunziger … und seitdem lebe ich ohne Ofenheizen.

    Ich bin froh, daß ich es notfalls könnte – und noch froher, daß es mir seitdem erspart blieb.

    (Ich habe zuletzt vor Jahren einen Kofferraum voll zerkleinerter Europaletten für einen Freund von Reinickendorf nach Kreuzberg geschafft. Das gab meiner Freude über Gasheizungen neue Nahrung.)


  • Ich hatte noch nie einen.
    Aber wenn hier einer rumstünde,
    würde ich den auch nutzen,
    und das nicht nur um Bratäpfel zu machen.
    Allerdings: Nur ‘ne Ofenheizung würde ich auch nicht haben wollen.


  • Also ich hab sieben Jahre in so ner Kohlenofen-Bude gewohnt und ich bin superfroh, dass ich das nicht mehr nötig hab. Wenngleich die Wärme angenehmer war… Aber den Geruch der Öfen findet man noch in einigen Ecken von Friedrichshain zur kalten Jahreszeit!


    • Ja, das mit dem Geruch stimmt. Wenn ich mich umsehe, kann ich jetzt fast erraten, von welchem der wenigen unsanierten Häuser der Wind weht.


  • Ich weine diesen stinkenden und umweltverpestenden Dingern keine einzige Träne nach. Da ich das Glück habe, in einer modernisierten Dachgeschosswohnung zu leben, habe ich direkten Kontakt zu den Schornsteinen meiner direkten Nachbarschaft. Dort, wo noch Kohleöfen stehen, wird verheizt, was brennbar ist – imprägnierte Holzpaletten, lackiertes Holz, ´rausgerissenes Laminat etc. pp. Klar bedauere ich die Leute, die sich aus Geldmangel keine echten Kohlen/Briketts kaufen können aber wer denkt an mich??
    Es stinkt zum Himmel! Beschwerden beim Schornsteinfeger und beim zuständigen Bauamt bleiben folgenlos.
    Ich fordere ein generelles Verbot von Ofenheizungen!
    Einzig korrekt eingestellte und arbeitende Pellettheizungen würde ich akzeptieren!


    • Ich denke an Sie! Sie armer Hase!


      • Genau aus diesem Grunde habe ich in den Blog geschrieben – ich suche einfach nur mal Verständnis.
        Die, die in den Wohnungen ihren Müll in den Ofen stopfen, merken ja meist nicht einmal, was oben rauskommt.
        Und auch “natürliche” Produkte wie z.B. Kartoffelschalen stinken bestialisch… – Solange hier immer nur von der “Idylle des Kohleofens” geschrieben wird, haben anscheinend viele Mitbürger immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt und merken, was sie der Umwelt (und damit letztendlich sich selbst) antun.
        Und wenn dann noch blöde Kommentare zu dem Thema abgegeben werden (nicht war @Vater Johannes) kann man doch wieder nur den Kopf ob soviel Ignoranz schütteln. Es gibt halt Leute, die sollten besser bei B.Z. bleiben und nicht den TS lesen.
        :-( (


  • Generell sind Öfen wieder im kommen.

    Sei es zum heizen wie die “modernen” Holzpellet-Öfen oder einfach nur wegen des netten Anblicks wie z.b. einem Kamin.

    Das es auch heute noch reichlich Wohnungen mit Kohle/Holzöfen auch im Westteil gibt (auch in Wilmersdorf/Zehlendorf!) können sie im Winter durchaus sehen und riechen.

    Ich bin mit Ofenheizung groß geworden und so schlimm ist das auch nicht. Wenn man weiß wie man richtig Öfen heizt hält die Wärme von Kohle ja ggf. 20 Stunden ohne Nachlegen bei Kachelöfen.
    Ich hätte auch heute kein Problem damit- wenn die Wohnung es wert wäre- günstiger als Gas ist Kohle in jedem Fall auf Jahr gesehen.


    • Die Kohlen selbst mögen pro kWh billiger sein als Gas, aber sie werden teurer, wenn man den Aufwand fürs Kohlenschleppen, Heizen, Saubermachen und Ascheruntertragen mit reinrechnet.


      • Klar ist das Aufwand, aber ich sagte ja wenn die Wohnung/Haus diesen Aufwand wert ist würde ich wieder zurück wechseln.
        Noch bin ich ja kein Rentner.


    • Ich vermisse meine Kohleofen-Zeit vor allem deshalb nicht, weil ständig etwas daran kaputt war. Hab sie mitunter selbst neu mit Lehm verfugt, weil der Rauch durch die Ritzen zwischen den Kacheln ins Zimmer drang. Irgendwann brach auch die Tür heraus.

      Manchmal war auch der Schornstein zu. Einmal dachten Nachbarn schon, dass es brennt – weil ich den Rauch durch die Fenster abziehen lassen musste.


  • Wahrscheinlich hätte ein Verbot der Kohleöfen feinstaubmäßig mehr gebracht, als diese beknackte Umweltplakette.
    However…hab zwar ne grüne Umweltplakette, aber heize in einem Zimmer noch immer mit Kohle. Wenn der Senat es denn so will…
    Finds aber trotz 4. Stock nicht so schlimm. Das Schleppen macht nen schmalen Fuß und die Luft ist irgendwie besser als in dem Zimmer mit dem Gasaußenwandheizer. Verfeuere allerdings keinen Müll.
    Na ja… noch 1-2 Jahre, dann hänge ich auch nur noch am Tropf der Gasag und bin der Preiswillkür auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

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